Was der Autor braucht.
Ein Autor braucht nicht nur einen Schreibtisch, sondern auch ein Zuhause für seine Worte.
Der Autor schreibt nicht nur Bücher, sondern auch kurze Texte. Teilt Gedanken, nimmt Stellung und kommentiert. Humorvoll, kritisch, sachlich, manchmal polemisch. Unterhaltend, provozierend, zum Nachdenken anregend.
"Was der Autor braucht, ist ein Ort zum Schreiben und eine Heimat für seine Texte."
Dieser Satz fiel mir gestern Nachmittag ein, als ich mir darüber nachdachte, wie sich Social Media und ein Blog miteinander verbinden lassen.
Er wirkt wie ein tiefgründiger Aphorismus über das Wesen des Schreibens. Er trifft den Kern dessen, was viele Autorinnen und Autoren antreibt: nicht nur einen physischen oder mentalen Raum, um Worte zu Papier (oder Bildschirm) zu bringen, sondern vor allem einen Ort, an dem diese Worte willkommen sind, gelesen werden und eine bleibende Heimat finden.
Ein Ort zum Schreiben kann vieles sein: ein ruhiges Zimmer, ein Café mit dem richtigen Summen im Hintergrund, ein Waldweg oder sogar der eigene Kopf in stillen Momenten.
Im stillen Zimmer hört man das leise Ticken der Uhr, das den Rhythmus der Sätze bestimmt. Im Café mischt sich das Murmeln der Gäste mit dem Aroma frisch gemahlenen Kaffees. Auf dem Waldweg trägt der Wind die Worte wie fallende Blätter davon, während im Kopf das Echo der eigenen Gedanken ein unendliches Notizbuch füllt.
Doch "die Heimat der Texte" - das ist seltener und wertvoller. Sie entsteht, wenn Leserinnen und Leser die Worte aufnehmen, wenn ein Verlag sie druckt, eine Community sie teilt oder einfach ein Mensch sagt: "Das hat mich berührt."
In einer Zeit, in der viele Texte in der digitalen Flut untergehen, erinnert mich der Satz daran, wie essenziell beides ist: die Freiheit zu schaffen und die Beständigkeit, dass das Geschaffene nicht verloren geht.
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